Was ist Medienkompetenz?

Der Begriff „Medienkompetenz“ wurde bereits in den 1970er Jahren von Prof. Dr. Dieter Baacke, ehemals Erziehungswissenschaftler an der Universität Bielefeld, geprägt. Angesichts der immer größeren Bedeutung, die Medien in unserem Alltag haben, ist Medienkompetenz heute eine wichtige Schlüsselqualifikation geworden, damit der Mensch als „kompetentes Lebewesen“ mit Medien (über-)leben kann.1

Der Erwerb von Medienkompetenz kann nicht als bloße Vermittlung von medialem Wissen verstanden werden, es geht vielmehr um eine aktive, eigenständige und handlungsreflektierte Auseinandersetzung mit Medien wie dem Internet, Fernsehen oder dem Radio. Deshalb hat Dieter Baacke vier Teilbereiche der Medienkompetenz definiert, die jeweils schwerpunktmäßig unterschiedliche Dimensionen beinhalten: Medienkritik, Medienkunde, Mediennutzung und Mediengestaltung.2 Die beiden ersten Begriffe können dabei der Dimension der Vermittlung, die beiden letzteren der Dimension des Handelns zugeordnet werden.

Medienkompetenz
Abbildung: Medienkompetenz nach Dieter Baacke 2

Mit den Handlungskompetenzen sind wesentliche Grundsteine für die Medienpädagogik gelegt worden. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an medienpädagogischen Konzepten, die Baackes Medienkompetenzbegriff zeitgemäß erweitern. Prof. Dr. Stefan Aufenanger hat den Begriff beispielsweise durch die Einführung einer sozialen, ästhetischen und affektiven Dimension ausgeweitet.


1 BAACKE, Dieter 1997: Medienkompetenz. Tübingen, Niemeyer Verlag, S. 98
2 Vgl. ebd., S. 98
3 Vgl. VOLLBRECHT, Ralf: Einführung in die Medienpädagogik. Weinheim Beltz Verlag 2001, S. 60