Medien im Kinderalltag

Das Fernsehen ist ein fester Bestandteil des kindlichen Alltags. Die durchschnittliche Fernsehdauer ist seit 1990 praktisch konstant geblieben. Kinder im Alter zwischen 3 und 13 Jahren sahen 2010 im Durchschnitt 93 Minuten pro Tag fern. Dabei schauten die Älteren (10-13 Jahre) mit 107 Minuten deutlich mehr als die Jüngeren (6-9 Jahre, 84 Minuten).1
Während die TV-Sehgewohnheiten der Kinder unverändert bleiben, gewinnt die Computernutzung kontinuierlich an Bedeutung, so dass insgesamt betrachtet der Konsum elektronischer Medien ansteigt. Von allen Aktivitäten am PC hat das Spielen die größte Bedeutung. Häufig dient der Computer aber auch zum Schreiben von Texten und Briefen.
Die Relevanz des Internets nimmt im Altersverlauf zu. Erste Gehversuche im Internet finden normalerweise im Grundschulalter unter Anleitung von Eltern oder älteren Geschwistern statt. Etwa ab einem Alter von 10 bis 11 Jahren wird das Internet dann auch für schulische Belange genutzt, den Löwenanteil in der Nutzungsdauer machen aber Kommunikation und Spiel aus: Online-Spiele, E-Mail und Chat sind aus dem kindlichen Alltag dann nicht mehr wegzudenken.
So überrascht es auch nicht, dass der Computer beziehungsweise der Laptop die Liste der Besitzwünsche bei Kindern anführen: 56 Prozent der 6- bis 13-Jährigen wünschen sich ein eigenes Gerät (tatsächlicher Besitz: 22 Prozent). Auf Platz zwei folgt mit 52 Prozent das Handy, den dritten Platz teilen sich mit jeweils 51 Prozent das Fernsehgerät und Software für Spielkonsolen.2
Für viele Kinder ist der Umgang mit PC und Internet eine Selbstverständlichkeit. Sie entwickeln schon frühzeitig technische Kompetenzen und sind ihren Eltern darin oftmals überlegen. Dennoch sollten Eltern die PC- und Internetnutzung im Blick haben: Bei einem unkontrollierten Zugang zu Computerspielen und Internet können Kinder beispielsweise mit gewalthaltigen oder unseriösen Inhalten in Kontakt kommen. Eltern haben hier die Aufgabe, ihren Kindern die nötige Medienkompetenz zu vermitteln und ihnen bei der Suche nach passenden Angeboten für ihre Altersgruppe zu helfen. Besondere Schutzsoftware oder gefilterte Internetzugänge, wie sie manche Provider anbieten, können für zusätzliche Sicherheit sorgen. Mit speziellen Suchmaschinen finden Kinder nur solche Inhalte im Web, die auch für sie geeignet sind.
Auch den zurückhaltenden Umgang mit ihren persönlichen Daten sollten Kinder so früh wie möglich erlernen. Zwar findet die Online-Kommunikation in den ersten Jahren der Nutzung fast ausschließlich mit Personen statt, welche die Kinder auch aus dem realen Leben kennen, doch im Laufe der Zeit werden oft auch Kontakte in der virtuellen Welt geschlossen.
1 AGF/GfK-Fernsehforschung, TV-Scope, Medienforschung SUPER RTL.
2 Egmont Ehapa Verlag: Kids VerbraucherAnalyse 2010, deutschsprachige Kinder im Alter von 6 bis 13 Jahren.

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